Der Wiederaufbau Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland große Probleme bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Wohnraum. Viele Städte, Industrieanlagen und die Infrastruktur waren zerstört, Millionen von mittellosen Flüchtlingen mussten zusätzlich untergebracht werden. Im strengen „Hungerwinter“ 1946/47 brach die Versorgung teils zusammen. Auch in Großbritannien, Frankreich oder Italien zeigten sich in der Nachkriegszeit große wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten. Die Amerikaner waren als einzige Macht gestärkt aus dem Krieg hervorgegangen, allerdings fehlte ihrer Industrie der Absatzmarkt. So kam die Idee auf, auch zum eigenen Vorteil die Europäer einschließlich des Kriegsgegners Deutschland zu unterstützen, damit sie wieder „auf eigenen Beinen stehen“ konnten.
Am 3. April 1948 unterschrieb US-Präsident Truman das von Außenminister Marshall entwickelte „European Recovery Program“ für den Wiederaufbau Europas. Innerhalb mehrerer Jahre stellte es 13 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, davon gut 10 % für Westdeutschland. Die Sowjetunion hatte für den entstehenden Ostblock die angebotene Hilfe abgelehnt. Vor allem in Deutschland hat der Marshallplan bis heute einen sehr guten Ruf, denn etwa 1950 begann der Nachkriegsboom. Welchen Anteil daran die US-Hilfe wirklich hatte, ist jedoch durchaus umstritten.

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