Die Reichswehr erobert das Ruhrgebiet zurück
Gegen den Kapp-Putsch in Berlin, mit dem die Regierung gestürzt werden sollte, beteiligten sich Mitte März 1920 auch im Ruhrgebiet die Arbeiter am deutschlandweiten Generalstreik. Schnell entwickelte sich daraus ein Aufstand: Man rief zur Errichtung einer „Diktatur des Proletariats“ auf und sogenannte „Vollzugsräte“ übernahmen die Macht in etlichen Städten. Zudem wurde vor allem aus ehemaligen Soldaten des Ersten Weltkriegs eine „Rote Ruhrarmee“ mit etwa 50 000 Mann aufgestellt. Innerhalb des Ruhrgebiets gab es jedoch keine einheitliche politische Führung und in vielen Städten hielt man sich mit radikalen Forderungen zurück.
Trotzdem verbreitete sich in großen Teilen Deutschlands der Eindruck, der „Bolschewismus“ habe im Revier die Macht ergriffen. Die Landesregierung Preußens, zu dem das Ruhrgebiet gehörte, und die deutsche Reichsregierung versuchten sich mit Vertretern der Ruhrregion in Bielefeld zu einigen. Als ein Teil der Aufständischen sich dem gefundenen Kompromiss verweigerte und ein neuer Generalstreik ausbrach, wurden Truppen zur Wiederherstellung der Ordnung geschickt. Am 2. April 1920 rückten Regierungstruppen zur Wiederherstellung der Ordnung in das Ruhrgebiet ein. Obwohl sich die Rote Ruhrarmee zum Teil schon aufgelöst hatte, ging man gegen die Aufständischen gnadenlos vor: Von den wohl deutlich über 1 000 Toten fielen die meisten nicht im Kampf, sondern wurden nach der Gefangennahme erschossen. Bei den Polizei- und Reichswehreinheiten zählte man nach Ende der Kämpfe insgesamt mehr als 250 Tote.

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